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HANDWERK: PLATZHIRSCH DIRNDLEREI BAD AUSSEE

Die PlatzHirsch Dirndlerei ist einer der Vorzeigebetriebe der Trachtenhauptstadt Bad Aussee und spiegelt die pure Natur und Schönheit der Landschaft wider.

VONsociety: PlatzHirsch Dirndlerei, Besitzerin Bettina Grieshofer in ihrem Shop in Bad Aussie ©

Bettina Grieshofer in ihrem Laden in Bad Aussee © Platzhirsch

Das Prädikat „made In Austria“ prangt nicht nur in der Auslage, sondern ist Teil der Philosophie. 13 Stunden benötigt jedes Dirndl, bis es maßgeschneidert und handgefertigt die Dirndlerei verlassen darf. Von Schneidermeisterhand und mit besonders viel Liebe fürs Detail hat Bettina Grieshofer zum diesjährigen Wiesn-Auftakt neue Dirndl-Unikate entworfen.

Sie leben in einer typischen Sommerfrische-Gegend, sehen Sie sich manchmal als Touristen Attraktion?
Da muss ich lachen … ja, Sie haben durchaus Recht: oft werde ich im Dirndl fotografiert, besonders dann, wenn ich mit meinem rosa Dienstradl unterwegs bin. Die Leute glauben ja kaum, dass wir das Dirndl wirklich täglich tragen, es ist ja quasi unser G’wand!

Tracht liegt im Trend, sehen Sie das als Vor- oder Nachteil?
Geschäftlich gesehen ist es natürlich ein Vorteil, mehr Menschen wollen sich in Tracht gewanden. Mir geht es aber um viel mehr: das Lebensgefühl hier am Land zu verstehen, diese Entschleunigung zu begreifen. Das ist wahrscheinlich viel mehr Trend als bloß die Bekleidung.

Nachhaltigkeit und Luxus, zwei Begriffe, die in Kombination immer bedeutender werden, inwieweit ist ein Dirndl Luxus?
Nachhaltig leben zu können ist wirklich ein Luxusgut. Denn wer billig kauft, kann Nachhaltigkeit nicht vertreten. Ein handgemachtes Dirndl ist teurer als billige Massenware, schon klar. Aber dadurch werden nachhaltig Arbeitsplätze gesichert, alles wird ja bei mir in Österreich produziert. Vom Stoff, Knopf bis zur Arbeitsleistung in einem kleinen Lohnbetrieb in der Südsteiermark. Ein Dirndl von mir ist ein Lebensstück, alle Änderungen sind auf Lebzeiten gratis!

Tracht und Jeans, Ja oder Nein? Und wenn Ja, worauf muss man bei den Kombinationen achten?
Auf jeden Fall! Ich trage ja auch nicht jeden Tag Dirndl, oft kombiniere ich ein original Ausseer Gamsfrackl (Jacke) mit lässigem Denim und weißer Bluse. Es darf nur nicht kitschig werden. Weniger ist mehr!

Der Grundschnitt eines Dirndls ist ja vorgegeben, worin besteht die größte Herausforderung beim individuellen Design?
Dass die Farben der Trägerin stehen. Was hilft mein bestes Design, wenn sich die Dame nicht wohlfühlt! Ich bin bekannt für meinen guten Geschmack, die Kombination der einzelnen Komponente macht’s aus.

© Platzhirsch

Gibt es so was wie Bestseller bei den Farben und Mustern?
Eindeutig war grau in allen shades in der letzten Zeit der Burner. Ich merke aber, dass die Damen immer wieder mehr zu Farben greifen, Romantik ist gefragt. Blumen in allen Varianten und zarte Pastelltöne.

Großes Diskussionsthema ist die richtige Rock-Länge. Darf man Ihr Dirndl „mini“ tragen oder ist das ein No-Go?
Ein absolutes No-go ist die Rocklänge über dem Knie beim Dirndl. Eine Handbreite unterm Knie ist für viele genau richtig, die Proportionen müssen stimmen. Bei stärkeren Waden wird man zu einem etwas längeren Kittel greifen.

Billigware und made in China, auch das betrifft Tracht & Dirndl, was löst das bei Ihnen aus?
Gänsehaut. Weil billig sich mit meiner inneren Einstellung beißt. Das Material an sich kann schon nichts als Polyester sein, das hat bei einem Dirndl nichts verloren! Made in China heißt für mich containerweise Lieferungen von wahrscheinlich identen Dirndln, ein Dirndl soll ein Unikat sein. Die Trägerin   selbst ist eigentlich die Designerin!

Es gibt so viel Konkurrenz wie noch nie, ist das beflügelnd oder einschränkend?
Konkurrenz ist immer beflügelnd finde ich. Man kann sich selbst immer nur dann neu fokussieren, wenn der Horizont ständig erneuert wird. Einschränkend finde ich nur, wenn Menschen nicht über den Tellerrand schauen wollen, die Asche anbeten.

© Platzhirsch

Die Jugend steht zunehmend zu den Traditionen. Eine Lederhose und Dirndl gehören mittlerweile in jeden Kleiderschrank eines Teenagers. Womit begeistern Sie die ganz Jungen?
Mit „lustigen“ Schürzenstoffen kann auch ein ganz junges Mädchen sehr flott im Dirndl aussehen. Außerdem lässt ein Dirndl jede junge Frau sehr weiblich aussehen, das kommt dann bei den Burschen wieder gut an.

Das sommerfrische Dirndl 2018, was ist derzeit Ihr Lieblings-Design, -Motiv und warum?
Meine absolute Lieblingsfarbe ist im Moment rosa in allen Schattierungen. Es lässt die Haut zart schimmern, unterstreicht die Weiblichkeit, ist charmant und nicht laut. Als Schürze mag ich zarte Blümchen in Pastelltönen und alle Farben der Gräser. Das ist Sommerfrische pur.

© Platzhirsch

About:
Bettina Grieshofer

VONsociety: PlatzHirsch Dirndlerei, Besitzerin Bettina Grieshofer © Tina Reiter

Bettina Grieshofer © Tina Reiter

Bettina Grieshofer ist nicht nur ihr eigenes Werbetestimonial und Designerin, sondern auch erfolgreiche Unternehmerin:
2016: Gewinnerin des 2. Trachtenawards des Wiener Wiesn-Festes
2017: mit dem „My Dirndl“-Konfigurator zur Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet
2018: ebenfalls unter den Top 3 der besten Unternehmerinnen des Jahres

Pop up

VONsociety: PlatzHirsch Dirndlerei, Pop up JCH © GunnarMenzel+StefanieStarz

Pop up bei JCH Juergen Christian Horen am Wiener Opernring © Gunnar Menzel+Stefanie Starz

Bis 20. Oktober poppt PlatzHirsch Dirndlerei & Bad Ausseer Almhüttenflair bei JCH – Juergen Christian Hoerl – am Wiener Opernring auf.
Die kunterbunte PlatzHirsch-Kollektion wird mit unterschiedlichen Dirndl-Leiben, -Röcken und -Schürzen, die man sich selbst zusammenstellen kann, am Opernring 23 präsentiert und ergänzend zum JCH-Sortiment angeboten.

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