schikaneder

SCHIKANEDER: Playboy des 18. Jahrhunderts

Standing Ovations. Nicht endend wollender Applaus. Am 30. September 2016 fand im Wiener Raimund Theater die Weltpremiere des Musicals Schikaneder statt.
Die Vereinigten Bühnen Wien bringen die Geschichte der zwei Liebenden Emanuel und Eleonore Schikaneder auf die Bühne des Raimund Theaters. Nicht Emanuel Schikaneder wird in den Vordergrund gestellt, sondern zum ersten Mal steht der Fokus auch auf Eleonore.

Die VBW schließen mit dem Musical an die Tradition der Eigenproduktionen an. Mit Schikaneder bringen sie die insgesamt zwölfte Musical-Uraufführung auf die Bühne.

Für die Umsetzung konnte ein internationales Team von renommierten Kreativen aus London und New York gewonnen werden. Der dreifache Oscar-, dreifache Grammy- und Golden Globe-Preisträger Stephen Schwartz schrieb die neue Produktion mit österreichisch-historischem Inhalt gemeinsam mit VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck (Buch). Regisseur der Uraufführung ist der weltbekannte, dreifache Tony-Preisträger Sir Trevor Nunn.

Wer waren Emanuel und Eleonore Schikaneder?

VONsociety: Schikaneder, Milica Jovanovic, Mark Seibert © VBW Deen van Meer

Milica Jovanovic, Mark Seibert © VBW Deen van Meer

Mit der Vermählung der beiden Protagonisten startet eine der schillerndsten und turbulentesten Liebesbeziehungen des 18. Jahrhunderts. Ihre Ehe ist geprägt von unzähligen Affären Emanuels. Denn der Schauspieler und Regisseur kann seine Finger nicht vom anderen Geschlecht lassen. Zig uneheliche Kinder sind die Folge.

Gattin Eleonore verlässt ihn für seinen Freund und Arbeitskollegen Johan Friedel. Doch diese Verbindung soll nicht lange währen. Schließlich versöhnt sich das Ehepaar nach dem Tod von Eleonores Lebenspartner wieder und führt zusammen das Freihaustheater an der Wieden. An keinem geringeren Ort wird Jahre später die berühmte Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder uraufgeführt. Obwohl Emanuel und Eleonore ein eingeschweißtes Team sind, ist er Zeit seines Lebens hinter anderen Frauen her.

VONsociety: Schikaneder, Milica Jovanovic, Mark Seibert und das Ensemble © VBW Deen van Meer

Milica Jovanovic, Mark Seibert und das Ensemble © VBW Deen van Meer

Kaum lichtet sich der Vorhang versinkt der Zuschauer in eine andere Welt. In die Welt des 18. Jahrhunderts. Das drehbare Bühnenbild ermöglicht es den Darstellern mit Tempo durch die einzelnen Szenen zu fegen.

Die Hauptdarsteller begeistern das Publikum

„Du glaubst auch das Schicksal liegt in unserer Hand. Das seh ich dir an.“ Emanuel Schikaneder alias Publikumsliebling Mark Seibert umgarnt seine Musical-Kollegin Milica Jovanovic, die in ihrer Rolle der Eleonore Arth gesangliche Höchstleistungen bringt. „Du fühlst so wie ich. Wir zwei sind uns verwandt. Für uns beide gibt es kein Wenn und Aber.“ Sie strahlen sich an. Sie tanzen miteinander. Sie fallen sich in die Arme.

Die Kostüme lassen Nichts zu wünschen übrig. Zeitgetreu und mit vielen Details wird hier gepunktet. Das i-Tüpfelchen: Es riecht im ganzen Saal unfassbar gut nach einem pudrigen Veillchenduft. Leider gibt es diesen nicht zu kaufen.

Der Vorhang fällt. Tosender Applaus. Standing Ovations. Ein wahres Erlebnis. Es dauert ein wenig, wieder in der realen Welt anzukommen. Am Heimweg und die nächsten Tage summe ich immer wieder die Melodie von „Träum groß“ vor mich hin.

Termine und Tickets: Hier

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